Im Sommer 2017 untersuchte MediaAffairs im Auftrag der Volksanwaltschaft die Darstellung von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen sowie Kinderarmut in den österreichischen Massenmedien.
Die Ergebnisse der Studie zeigen dringenden Handlungsbedarf auf. Etwa werden Kinder und Jugendliche in der Berichterstattung oft als machtlose Opfer dargestellt, bzw. auf ihre Lebensumstände oder Herkunft reduziert. Generell wird mehr ÜBER Kinder gesprochen als MIT ihnen.

Diese und weitere Erkenntnisse aus der umfangreichen Studie von MediaAffairs haben die Volksanwaltschaft und die Bundesjugendvertretung (BJV) zum Anlass genommen, einen Medienleitfaden und dazugehörige Workshops zu erarbeiten.
„Kinderrechte in der Berichterstattung – Ein Leitfaden für Medien und Institutionen“ richtet sich an alle Personen, die Kinder und Jugendliche in der Öffentlichkeit darstellen. Der 28 Seiten umfassende Bericht zeigt Möglichkeiten auf, wie die Medienbranche künftig Kinder- und Jugendthemen beleuchten kann, ohne die Betroffenen dabei kleiner wirken zu lassen, als sie sind. Er beruht auf der von MediaAffairs im Auftrag der Volksanwaltschaft durchgeführten Studie, der UN-Menschenrechtskonvention sowie Stimmen von ExpertInnen und JournalistInnen.

Themen sind etwa die respektvolle Berichterstattung auf Augenhöhe, die Wahrung von Privatsphäre und der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor etwaigen negativen Folgen von Publikationen über sie und ihre Familien.
Wie Volksanwalt Dr. Günther Kräuter sagt:

„Kinderrechte müssen in der medialen Berichterstattung stets geachtet werden – egal ob es um Armut, Gesundheit, Bildung oder Jugendkriminalität geht. Kinder und Jugendliche sollten zudem für sich selbst sprechen, sie müssen mit ihrer Alltagsrealität in den Mittelpunkt rücken, schließlich sind sie Expertinnen und Experten in eigener Sache.“

Die Präsentation des Leitfadens sowie des dazugehörigen Workshop-Angebots fand am 21.06. in der Volksanwaltschaft in Wien statt. Maria Pernegger sprach unter Anderem darüber, dass ein großer Teil der medialen Berichterstattung über Kinder und Jugendliche Klischees fördert:

„[…] Öffentliche Diffamierung, das Schüren von Vorurteilen und Ausgrenzung sozial und ökonomisch benachteiligter Kinder trägt dazu bei, dass Kinder nicht die gleichen Chancen in einer Gesellschaft erleben. Medien sind in hohem Maß bewusstseinsbildend, genau deshalb kommt ihnen in diesem Kontext eine wichtige Vermittlerrolle zu.“

Volksanwalt Dr. Kräuter und die BJV fordern zudem eine breite Diskussion zum Thema Kinderrecht im Parlament.
Die Vorsitzende der BJW, Caroline Pavitsits, sagte:

„Um den Stellenwert der Kinderrechtskonvention zu erhöhen, müssen endlich alle Kinderrechte in Verfassungsrang gesetzt werden. Insgesamt müssen die Kinderrechte für die Politik aller Ressorts ein selbstverständliches Leitmaß sein. Kinderrechte gehen alle an!“

Die Studie von MediaAffairs im Auftrag der Volksanwaltschaft finden Sie hier.
Den Medienleitfaden der Volksanwaltschaft und des BJV finden Sie hier.
(Beides pdf-Downloads)


Rückfragen:
Mag.a Maria Pernegger
m.pernegger@mediaaffairs.at