Die Frage nach dem Konfliktniveau innerhalb der Regierung ist – mittlerweile fast schon traditionell – ein medialer Selbstläufer. Kaum ein MinisterInnen-Interview, das nicht mit der Frage nach dem Zustand der Koalition, der Stimmung und der Bestandsfrage der Regierung endet.

Seit Jahresbeginn erleben wir wieder aufregende Zeiten. Unter anderem der von Bundeskanzler Kern präsentierte Plan A lässt die politischen Gegner aus allen Rohren schießen – allen voran die ÖVP. Ziel scheint die Beschädigung von Christian Kern, der die Partei zuletzt aus einem Umfragetief geholt hat und mit dem die SPÖ auf eine Renaissance in der Wählergunst hoffen darf.

MediaAffairs hat erhoben, wie sich die wechselseitige Kritik von SPÖ und ÖVP darstellt und stellt einige interessante Fakten zur medialen Positionierung von Kern, Mitterlehner & Co dar.

Key Findings

1.    Bundeskanzler Kern wird deutlich stärker kritisiert als alle ÖVP-Regierungsmitglieder zusammengenommen.

2.    78 Prozent der Kritik an der SPÖ durch andere Parteien kommt vom Koalitionspartner ÖVP.

3.    Im Jänner und Februar war die Kritik der ÖVP an der SPÖ jeweils doppelt so stark wie umgekehrt.

4.    Speerspitze der Kritik an Bundeskanzler Kern sind Sobotka, Mitterlehner und Schelling. 

5.    ÖVP-Chef Mitterlehner wird von der SPÖ praktisch nicht medial kritisiert.

6.    Die Kritik an Bundeskanzler Kern findet in einem breiten Themenspektrum statt.

7.    Kritisiert wird vor allem die Präsentation des Plan A sowie dessen Implementierung in ein reformiertes Regierungsprogramm (Thema: Regierungsarbeit)

8.    ÖVP-Chef Mitterlehner steht insgesamt kaum in der Kritik und nur im Kontext eines sehr eingeschränkten Themenportfolios.

9.    Das Konfliktniveau für März ist schon mit Stichtag 15. März sehr hoch. Ein neuer Höhepunkt in der wechselseitigen Kritik der Koalitionsparteien ist zu erwarten.

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Download: Koalition wechselseitige Kritik (pdf-Datei)

Pressereaktionen:

Der Standard:  Medienanalyse: Koalition erledigt Regierungskritik weitgehend selbst

Die Presse:      Studie_OeVP-kritisiert-SPOe-deutlich-oefter-als-umgekehrt

Kleine Zeitung: SPÖ und ÖVP im Dauerkonflikt und Vorwahlkampf

Salzburger Nachrichten: SPÖ und ÖVP im Dauerkonflikt und Vorwahlkampf

oe24.at: Mega-Konfliktniveau bei ÖVP und SPÖ

Horizont: Medienmarktanalyse: SPÖ und ÖVP im Dauerkonflikt und Vorwahlkampf

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Rückfragehinweis:

Walter Schwaiger
Geschäftsführer MediaAffairs
w.schwaiger@mediaaffairs.at