Interview mit Maria Pernegger in der ZIB 1 zum Weltfrauentag.  

Maria Pernegger steht am Weltfrauentag Rede und Antwort in der ZIB 1 zu der Frage, warum es für Frauen in der Politik immer noch schwieriger ist Fuß zu fassen und aufzusteigen, als für ihre männlichen Kollegen? Nachfolgend einige Überlegungen…

Bernhard Nadja (ORF)
Eine mehr also in der Sozialdemokratischen Partei. In der Regierung ändert sich hingegen nichts im Kräfteverhältnis. Rendi-Wagner folgt auf die beliebte und von allen Seiten respektierte, verstorbene Sabine Oberhauser. Es bleibt daher: drei der 14 Regierungsmitglieder sind weiblich. Das sind 21,4 Prozent. Damit liegt Österreich deutlich unter dem EU-Schnitt von 27 Prozent. Den größten Frauenanteil hat Schweden mit 50 Prozent. Frankreich und Bulgarien sind auch noch im oberen Bereich, wo die Emanzipation offenbar noch überhaupt keine Früchte getragen hat, ist Ungarn, EU-Schlusslicht mit keiner einzigen Frau in der Regierung. Wie gesagt, wir in Österreich liegen eher im unteren Bereich. Eine Verteidigungsministerin, eine Bundeskanzlerin oder gar eine Bundespräsidentin – soweit haben wir es emanzipatorisch auch noch nicht gebracht. Die einzige Frau, die es in Österreich wirklich bis ganz nach oben geschafft hat, ist mittlerweile 300 Jahre alt.

Karabeg Eva (ORF)
Maria Theresia den Job hat sie bekommen, weil kein Mann da war, erfolgreich war sie dennoch. Ganz an die Spitze hat es hierzulande seither trotzdem keine mehr gebracht.

Pernegger Maria (MediaAffairs)
Ich glaube nicht, dass es unbedingt die besten Köpfe sind, die in den wichtigsten Positionen sind. Da ist ganz, ganz viel Netzwerk dahinter. Da ist ganz viel Gepusht-Werden auch dahinter. Es sind oft auch die Rhetoriker vorne an der Spitze. Aber es gibt sehr, sehr viele Frauen, die diese Kompetenz natürlich haben, denen aber es ein bisschen an der Förderung fehlt.

Karabeg Eva (ORF)
Auf Bürgermeisterebene ist der Frauenanteil im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, mit 7,4 Prozent aber immer noch überschaubar. Und wer auf Landesregierungsebene eine Frau sehen will, muss genau schauen, nur 23 von 71 sind weiblich. Die Landeshauptmänner sind noch bis Ende April unter sich, dann übernimmt Johanna Mikl-Leitner Niederösterreich. Die Zahl der weiblichen Abgeordneten ist mit 56 konstant. Parlamentspräsidentin Doris Bures mit eingerechnet. Frau sein ist kein Programm, aber ein Hinderungsgrund.

Pernegger Maria (MediaAffairs)
Es gibt in der Gesellschaft nach wie vor sehr, sehr viele und ganz tief sitzende Rollenklischees für, die dahin gehen, dass man Frauen in Machtpositionen immer noch als etwas Befremdliches, immer noch als etwas eher Unsympathisches ansieht und wo Frauen wirklich auch damit kämpfen.

Karabeg Eva (ORF)
Klingt so, als würde Maria Theresia noch recht lange ihre Spitzenposition halten.

 

Download: Interview mit Maria Pernegger in der ZIB 1 (Word-Datei)

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Rückfragehinweis:

Mag.a Maria Pernegger
m.pernegger@mediaaffairs.at
+43 (0)7255 20318